Bewegung wird gnadenlos überschätzt!


Nur kurze Wege auf der Arbeit

Glaubt man statista.de, bewegten sich die Deutschen im Jahre 2010 im Schnitt an einem normalen Wochentag nur gerade mal 400m zu Fuß. Wie auch immer diese Erhebung stattgefunden hat, spielt kaum eine Rolle. Denn selbst, wenn wir diese Zahl verdoppeln oder verdreifachen, wäre dieses Bewegungsausmaß absolut lächerlich und kaum der Rede wert.


Fünfzigfache Verfaulung

Überleg doch mal, 400m sind gerade mal 1 Runde um den Sportplatz. Halt Dich fest: 1950 war die Gehstrecke durchschnittlich noch bei 10 Kilometern pro Tag. Und 1910 sogar bei 20 Kilometern. Das heißt, dass das Bewegungsausmaß in 100 Jahren um das Fünfzigfache abgenommen hat. Auch hier: Wenn wir diese Daten von früher mal halbieren würden, wäre das immernoch eine massive Differenz zu heute. Fragt jetzt noch einer, warum Deutschland und andere modernen Nationen verfetten? Kurz: Keine Bewegung = Kein Verbrauch.


  • Früher: Für wenig Kalorien musste viel Bewegung aufgewendet werden.

  • Heute: Für viele Kalorien muss wenig bis garkeine Bewegung aufgewendet werden.


Deutschland Fettland

Laut Robert-Koch-Institut sind 67% der deutschen Männer und immerhin 53% der deutschen Frauen übergewichtig. Übergewicht in diesem Sinne bedeutet, dass der Body-Mass-Index, der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körperoberfläche setzt, über 24,9 liegt. Ein Viertel (23% der Männer, 24% der Frauen) sind sogar stark übergewichtig (adipös) und weisen BMI-Werte >30 auf.


BMI

  • Untergewicht → <18,5

  • Normgewicht → 18,5-24,9

  • Übergewicht → 25-29,9

  • Adipositas I → 30-34,9

  • Adipositas II → 35-39,9

  • Adipositas III → >40


BMI versus Körperfett - Schlank heißt nicht mager

Was der BMI nicht miteinbezieht ist leider der Körperfettanteil oder die Kehrseite dieser Medaille, die Magermasse der Menschen. Und so sehen wir nicht nur die Dicken und krankhaft Fettleibigen sondern auch immer mehr Schlank-Fette, so genannte TOFIs (Thin outside fat inside) oder zu Neudeutsch Skinny Fat. Das sind vermeintlich schlanke Menschen, die wenig bis kaum noch Muskulatur aufweisen, aber bswp. gemäß dem o.g. BMI als normalgewichtig gelten. Auffällig ist dieser Trend zwar durch alle Altersgruppen, aber insbesondere Kinder und Jugendliche stehen immer häufiger vor diesem Problem.


Endstufe?

Und so beobachten wir nicht nur immer mehr dicke Kinder - wie der Herr, so´s Gescherr -, sondern junge Burschen mit Speckbrüsten und vergrößerten Brustdrüsen (Vorsicht: Östrogen!) und sogar Cellulite (!) und zwar magere aber richtig schlappe Mädels, die trotz Schlankheit unter dem bauchfreien Top einen Schwabbelbauch präsentieren, keine Körperspannung und damit auch Haltung aufweisen und mit Anfang 20 schon mit Besenreisern kämpfen.


Körperfettnormalwerte (Jünger = <, älter = >)

  • Männer 15-20%

  • Frauen 20-25%


Science-Fiction schafft die Menschheit ab

Dank Technisierung und aktuell noch radikalerer Vernetzung, Digitalisierung, Fernsteuerung haben wir uns die Bewegung genommen. Heizung und Warmwasser für alle. Bewegung fiel weg. Lebensmittelmassenproduktion und Supermärkte. Bewegung fiel weg. Automobile, finanzierbar für die Masse. Massiv viel Bewegung fiel weg. Fernseher und Telefone für alle. Bewegung weg. Dann der Computer, später Spielekonsolen, dann das Mobiltelefon - der Name ist ein Witz, denn es immobilisiert, der totale Bewegungskiller Internet, Tablets, Smartphones - auch hier ein Witz, denn die Verdummung ist auf dem Vormarsch, und aktuell am besten alles per Sprach- und Fernsteuerung. Aufstehen, um das Heizungsthermostat zu bedienen? Nö, macht die App. Arschlexa, Musik! Merkt die Gesellschaft überhaupt noch was?


Beispiel aus meiner Arbeit

Hier mal ein paar Körperfettmessdaten meiner Klienten beim ersten Check-up:

Frau (52) 39,8%, Frau (33) 27,5%, Frau (51) 46%, Junge (14) 30,7%, Frau (46) 38,9%, Frau (52) 33,6%, Mann (63) 15,8%, Frau (58) 23,5%, Mann (42) 15,9%, Frau (33) 29,5%, Frau (56) 2,9%, Mann (28) 22,2%, Mann (76) 23,4%, Frau (50) 41,8%, Frau (54) 38%, Frau (32) 25,6%, Mann (51) 35,8%, Frau (31) 18,8%, Mann (32) 22,4%, Mann (48) 27,3%, Mann (32) 4,8%, Mann (50) 13,5%, Frau (35) 17,4%, Frau (32) 17,8%, Frau (37) 29,4%, Mann (62) 36,6%, Frau (61) 38,3%, Frau (42) 12,8%, Mann (44) 15%, Frau (45) 30,1%, Frau (62) 22,8%, Mann (32) 20,6%, Frau (76) 42,1%, Mann (55) 24,3%, Frau (24) 38,6%, Frau (45) 30,5%, Mann (47) 14%, Mann (44) 21%, Frau (30) 13,9%, ....


BMI + Körperfett-% + WHR

Rot markierte sind generell zu fett. Orange markiert sind hier zusätzlich diejenigen, die entweder viel zu niedrige Körperfettanteile - auch das kann zu einem gesundheitlichen Problem mutieren - oder zwar halbwegs normale Körperfettanteile, aber mit einem risikobehafteten Fettverteilungsmuster (Stichworte: Taille-Hüft-Quotient (Waist-to-Hip-Ration (WHR)), Apfelform, Viszeralfett (Organfett)) aufwiesen. Fazit: Weder nur der BMI noch nur der Körperfettanteil zeigen das ganze Bild. Es bringt also für die Gesundheit nicht besonders viel, eher im Gegenteil, wenn man zwar normales Gewicht (BMI) und einen normalen Körperfettanteil gesamt hat, aber das Körperfett, das man hat, zu 3/4 im Bauch- und Organbereich gespeichert ist. Hohes Risiko für Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher auch mal schauen (Spiegel) oder messen (Bauch- und Hüftumfang), ob man noch eine Taille hat (Birnenformtyp) oder ob man bereits ein Fass oder Ballon (Apfelformtyp) ist.


Fortsetzung folgt.

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