Achsbruch im Kopf - Wenn Dein Steuermann erblindet



Hast Du schon mal was von FHD gehört? Nicht FDH (Friss die Hälfte), sondern FHD? Functional Hypothalamic Dysorder oder auf gut Deutsch Funktionsstörung des Hypothalamus. Wohl die wenigsten kennen das, aber sehr viele Menschen, die mit gesundheitlichen Problemen und Übergewicht zu kämpfen haben, könnten davon profitieren, hier weiterzulesen.


Der Steuermann hat ein Problem

Der Hypothalamus ist eine wichtige Region Deines Gehirns und quasi der "Steuermann" für superviele biologische Prozesse wie bspw. Regulation Deiner Körpertemperatur und Deines Blutzuckerspiegels, Schilddrüsenaktivität, Fortpflanzung, Menstruation, Milchproduktion, Stressreaktion, Gewebewachstum, uvw. Mit den entsprechenden Zielorganen bildet der Hypothalamus spezifische Funktionsachsen. Ist eine oder sind mehrere dieser Achsen gestört, spricht man von FHD.


Folgen der FHD können bspw. sein:

  • Menstruationsprobleme

  • Schilddrüsenprobleme, bspw. Unter-/Überfunktion

  • Verlust sexueller Lust, Erektionsstörungen

  • Verminderte/ausbleibende Muttermilchproduktion

  • Gestörte Hunger-/Sättigungsregulation

  • Gestörter Wasserhaushalt

  • .....


....., was wiederum zu Folgebeschwerden wie bspw. Bluthochdruck, Insulinresistenz, Fettleibigkeit, Fettstoffwechselstörungen (Anm.: Metabolisches Syndrom) führen kann.


Chronischer Stress

Ursächlich zu nennen ist hier vor allen Dingen chronischer Stress. Psycho-emotionaler Stress hat zwar den größten Einfluss auf FHD, aber auch chronisch zu hohe Belastungen, die körperlicher (Übermäßig harte, körperliche Arbeit), physikalischer (Dauernde Bestrahlung, Fon, Wi-Fi, Bluetooth, etc.), chemischer oder biologischer Natur (Pestizide & Co., diverse Nahrungs- und Genussmittel, diverse Stoffe im Haushalt, etc.) sind zu nennen. Meistens treten ja sowieso mehrere Stressoren im Verbund auf.


Kalte Entzündung

Chronischer Stress aktiviert das angeborene Immunsystem auf niedrigem Niveau und sorgt damit für einen Immunzustand, der sich Low Grade Inflammation (LGI, Niedriggrade Entzündung) schimpft. Im Gegensatz zu offensichtlichen, "heißen" Entzündungen fehlen hier Entzündungszeichen wie Überwärmung, Rötung, Schwellung, Schmerz und Funktionseinschränkung, denn diese "kalte" Entzündung spielt sich auf niedrigerem Niveau ab und ist nicht nur lokal begrenzt, sondern betrifft über Deine Blutbahn den gesamten Organismus. Um es anders auszudrücken: Bei einer klassischen Infektion und folgenden Entzündung, kann Dein Doc das anhand der gängigen Entzündungsmarker im Blutbild erkennen und die Symptome sind meist eindeutig. Bei einer LGI sind diese Marker oft nur minimals über dem der durchschnittlichen Normalwerte erhöht und oft nur eine Verschiebung innerhalb der gängigen Referenzwerte. Das allerdings dann aufgrund von o.g. chronischen Stressfaktoren aber dauerhaft.


„Alle Energie von den Lebenserhaltungssystemen auf die Hauptschilde!”

Ein chronisch aktives Immunsystem läuft zu 100% über den Brennstoff Glucose (Traubenzucker). Darauf ist es zwingend angewiesen. Diesen Glucosebedarf deckt das Immunsystem durch diverse Reaktivierungsstrategien. Bspw. wird die Zuckerneubildung (Gluconeogenese) über die dauerhaft aktiven Stressachsen gefördert und Energie wird von anderen Organen und Geweben weg- und zum Immunsystem hingeleitet. Diese Organe und Gewebe verfügen dann über weniger Energie und werden quasi "abgeschalten" und dann nach dem Use-it-or-lose-it-Prinzip abgebaut. Eine weitere Strategie ist, dass das Immunsystem über spezielle Botenstoffe (Zytokine) u.a. unsere Muskelzellen insulinresistent "schalten" kann. D.h., dass die Zellen die im Blut zirkulierende Glucose nicht mehr aufnehmen können und die Glucose somit wieder dem Immunsystem zur Verfügung steht. Eine sehr simple Strategie: Einfach mehr Hunger und damit mehr Kalorienzufuhr von außen erzeugen - Leptinresistenz bzw. Hyperleptinämie (Leptin ist im Volksmund das "Sättigungshormon"). Die ständige Aktivität der Stressachsen (SAM: Sympatho-adrenal medullary axis & HPA: Hypothalamic-pituitary-adrenal axis) sorgt dafür, dass andere Achsen und damit auch Zielorgane wie die Schilddrüse oder die Fortpflanzungsorgane durcheinandergeraten und ihre biologische Rhythmik verlieren. Im Hypothalamus, genauer in einem seiner Kerngebiete, dem Nucleus suprachiasmaticus, liegt unsere "Master Clock" unseres Biorhythmus.


Die Energieverteilung, die unserem Biorhythmus (Über die "Master Clock" und so genannten Clock Genes) unterliegt, ist gestört. So kommt es, dass sich Beschwerdebilder entwickeln können, die durch Vernachlässigung (Energiemangel und Abbau von Geweben) und durch Hyperaktivität gekennzeichnet sind.


Wie weiß ich, ob ...

Es existieren nebst allgemeinen Symptomen wie Depression, Gedächtnisstörungen, trockene Haut, Menstruationsproblemen, Erektionsstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Muskelschwäche, Gewichtszunahme, Verstopfung, Zuckersucht, uvw. diverse Methoden, eine FHD festzustellen. Die Symptome sowie die Krankheits- und Lebensgeschichte, die in einer entsprechenden Anamnese abgefragt werden, können darauf hindeuten. Genauer sind Stress-/Provokationstests, bei denen nach gezielter Stressreizsetzung Speichelcortisol und Speichelamylase gemessen werden, welche die HPA- und SAM-Aktivität widerspiegeln. Zudem kann über Hormonmessung von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) ebenfalls auf FHD geschlossen werden. Zusätzliche Laborparameter wie Schilddrüsen- oder Sexualhormonlevel ergänzen solche Tests.


Die Macht liegt bei Dir, wenn Du die Verantwortung nicht abgibst

Da chronischer Stress hier die Ursache No. I ist, sollte hier ganzheitlich angesetzt werden. Verhaltensbezogene Maßnahmen (Bspw. Aufleben lassen des früheren Freundeskreises, soziale Beziehungen pflegen, Verhaltenstherapien), Entspannung (Allen voran Schlafhygiene, aber auch Meditation & Co.), Bewegung/Training an der frischen Luft und im Tageslicht (Biorhythmus!) und Ernährungsmaßnahmen plus unterstützende Supplementation helfen, die Achsen wieder zu synchronisieren bzw. in den richtigen Rhythmus zu bringen. Der Trainer Ihres Vertrauens wird dazu hoffentlich in der Lage sein.


Hier mal ein paar allgemeine Tipps:

  • Täglich an der frischen Luft leicht- bis moderatintensiv bewegen

  • Mindestens 2x pro Woche, besser öfter, intensiver Sport treiben

  • Zwei bis drei richtige, gesunde Mahlzeiten pro Tag, nicht mehr

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, mit Stimulantien (bspw. Kaffee) sehr sparsam sein

  • Zum Abend grelles Kunstlicht vermeiden, Blaulichtblocker nutzen

  • Schlafenszeiten planen (Mind. 7 Std. JEDE Nacht)

  • Strategien, um abends "runterzukommen" integrieren

  • Stressfaktoren und schadhafte Lebensstilfaktoren identifizieren und künftigen Umgang/Veränderungspotenzial überdenken

  • Entscheidungen treffen, aktiv werden und durchsetzen


In der Naturheilkunde sind diverse Pflanzenextrakte bekannt, die u.a. unsere Stresssysteme und damit auch den Hypothalamus unterstützen. Zu nennen wären da bspw. Schisandra, Ashwaghanda, Maitake-Pilze, Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Johanniskraut, aber auch die unterstützende Wirkung der Aminosäure Tryptophan oder des Schlafhormons Melatonin. Klingt wieder nach viel Zeug, das geschluckt werden soll. Es gibt aber auch schöne Kombinationsprodukte. Wichtig ist, dass ein individualisiertes Lifestylekonzept und kein Gießkannenprinzip aufgestellt wird. Da können solche Stoffe eine Rolle spielen, müssen aber nicht zwangsläufig. Zu Auswahl, Dosierungen, Wirkung und evtl. Nebenwirkungen kann ich Dir gern in einer persönlichen Beratung was erzählen. Würde sonst zu lang hier werden. Oder frag doch mal den Coach Deines Vertrauens, sei aber nicht enttäuscht, wenn er Dir da nicht weiterhelfen kann. Ist kein Standard für normale Trainer. Priorität No. I hat der aktuelle Lebensstil. Wird der nicht verträglich geändert, hilft auch kein Kraut der Welt.


Du bist nicht allein

Die FHD zeigt mal wieder mehr als deutlich, dass Gesundheit im Kopf beginnt. Und die Lösung liegt nie in denselben Denkmustern und Ansätzen, in denen das Problem entstanden ist. Scheuklappen runter! Wenn Du Dich alleine in dieser Hinsicht nicht in der Lage fühlst, Ursachen zu identifizieren, Veränderungen zu planen und umzusetzen, kannst Du mich hier im Kreis Konstanz, Region Schaffhausen, um Radolfzell und Singen (Hohentwiel) herum und noch ein paar Ecken hier mobil zur Beratung abrufen. Dann hocken wir uns mal in Ruhe bei Dir hin und sehen, wie wir Dich nach vorne bringen. Fon: +49 162 5968919

PERSONAL TRAINING IN RADOLFZELL, SCHAFFHAUSEN, SINGEN, WINTERTHUR, KONSTANZ, KREUZLINGEN UND UMGEBUNG

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